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Sein, mit dem was ist

eine Annäherung an Buddhanatur; Phase 1

Weihnachtsretreat im Seminarhaus Engl

Sitzen,
aufrecht und in Stille.
Ich übe mich darin, mit dem zu sein was ist.

….vor mir im Raum (ich versuche zu visualisieren) erscheint in wunderbarem grünen…
Ich sehe gelb, nichts als gelb, direkt vor mir.
Zwei links, zwei rechts, zwei links, zwei rechts,…und das in gelb.

STOP! Zurück auf`s Kissen, sitzen, aufrecht und in Stille. Sein, mit dem was ist.
Ich beginne von vorn. ….vor mir im Raum….
Mist! Ich habe vergessen meine Motivation zu klären 😕
Das ist schnell erledigt! Ich weiß, warum ich hier bin.
Also: ….vor mir im Raum…

Vor mir sind nur ca. 60 cm Platz, und dann kommt die gelbe Jacke.
Da hat doch nichts mehr Platz dazwischen!
Zwei links, zwei rechts, zwei links, zwei rechts,….
Oder ist es nur eine links und eine rechts? Kann es nicht so ganz erkennen, ich habe meine Brille nicht auf.

STOP! Nicht fokussieren! Blick in den leeren Raum!
Wie denn, bei 60 cm Platz?
Okay, ich fokussiere in den Raum und stoppe kurz vor der gelben Jacke.
Funktioniert! Die Maschen verschwinden.
Allerdings nur die linken, die rechten Maschen bleiben.

STOP, zurück auf mein Kissen!
….vor mir im Raum….
Immer noch gelbe rechte Maschen! Allerdings haben sie sich verändert und sind zu einer Manifestation gelber STRICKMASCHENSTÄBE geworden.
Sehen ein bißchen aus wie Gitterstäbe. Total spannend, ich kann sie kommen und gehen lassen.
Strickmaschen, Gitterstäbe, Strickmaschen, Gitterstäbe,…. 🙄

Werden hier meine inneren Begrenzungen im Außen sichtbar?
Ich glaube, ich mag kein gelb!

STOP, zurück auf mein Kissen!
….vor mir im Raum….

Phase 1? Na super!
Insgesamt sind es 9!

Ich schließe die Augen, seufze und mir wird wiedermal klar, wie laut es doch sein kann, auch wenn man in die Stille fährt.
Und damit bin ich jetzt. Sein, mit dem was ist.

Ich bleibe dran! Nur so wird das auch was mit dem Lösen der eigenen inneren Begrenzungen. Vielleicht mag ich dann auch gelb.

In diesem Sinne wünsche ich euch viele stille Momente!

Eure Birte

DSC_2997©Foto Birte Urbanek

      

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…und noch ein paar Gedanken zur „Stille“:

Für die meisten Menschen besteht die Offenbarung beim ersten stillen Sitzen darin, dass sie das erste Mal mit ihrem inneren Lärm konfrontiert sind.

Den Lärm machen unsere Gedanken. Im Alltag bemerken wir normalerweise nicht, dass in unserem Kopf pausenlos Gedanken kreisen.
Wir kommentieren das, was geschieht, greifen den Geschehnissen voraus oder erinnern uns an längst Vergangenes.

Wir haben uns an das unaufhörliche Geplapper gewöhnt, es begleitet uns wie das Summen eines Ventilators oder das Brummen eines Automotors. Erst wenn wir die äußeren Reize ausschalten, bemerken wir, dass der innere Lärm genauso zersetzend sein kann wie der äußere.

Während des stillen Sitzens machen wir dann die Erfahrung, dass die Stille nach dem Zurückziehen der Sinne zunächst die Abwesenheit von äußeren Geräuschen bedeutet. Das kann wohltuend sein oder aber auch so etwas wie Entzugs-erscheinungen hervorrufen.

Dann wird die Stille zu einem leeren Raum, in dem sich unsere Geistesinhalte zeigen.

Und zu guter Letzt wird die kleine Stille zur großen Stille, die uns nährt und trägt.



Stell dir vor, in Frieden zu sein mit dem, was jetzt ist, ohne es gutheissen zu mussen und auch ohne deine Traume aufzugeben oder den Mut zu verlieren sie weiter zu verfolgen.